Aus „Südtirol – in Wort und Bild“ – Beitrag über die deutschen Sprachinseln Plodn, Zahre und Tischlbong

Aus "Südtirol - in Wort und Bild" - Beitrag über die deutschen Sprachinseln Plodn, Zahre und Tischlbong

erschienen im I. Quartal, 59. Jahrgang

(…) Ganz bewusst verwende ich die ursprünglichen deutschen Ortsnamen, denn als solche waren sie über Jahrhunderte im Gebrauch und als solche werden sie immer noch von den Einheimischen, von Fachleuten und Sprachinselfreunden verwendet und sind innerhalb der Gemeinschaften bekannt.

Plodn, auf italienisch Sappada genannt, liegt in einem langgezogenen Talkessel am Oberlauf des Flusses Piave.
Zahre, auf den Karten als Sauris bezeichnet, ist ein einsames Bergdorf in den Karnischen Alpen.
Tischlbong, ist ein Straßendorf am südlichen Fuß des Plöckenpasses mit dem offziellen Namen Timau.

Über die Luftlinie liegen die drei Dörfer nahe beisammen, aber um von einem Dorf ins andere zu gelangen, muss man lange Wege auf sich nehmen. Jede Gemeinschaft lebt mitten in einer anderssprachigen Umgebung, wie eben alle anderen Sprachinseln in Italien auch. Aber die Sprachen dieser drei Gemeinschaften haben tirolisch-kärntnerische Wurzeln. So ist es für einen Tiroler durchaus möglich, sich mit Menschen dieser Dörfer, zumindest mündlich, recht
gut zu verständigen. Aber es sind doch drei verschiedene Sprachinseln, mit jeweils eigener Geschichte, mit jeweils typischem Brauchtum und mit unterschiedlicher Kultur. Somit widme ich jeder einzelnen Sprachinsel einen eigenen Beitrag, werde es aber nicht unterlassen, hie und da auf Gemeinsamkeiten hin zu weisen (…)

Luis Thomas Prader, Autor des Beitrages

Luis Thomas Prader aus Aldein absolvierte die Lehrerbildungsanstalt in Meran, war tätig als Lehrer, Schuldirektor
und Vertreter der deutschen Schulen Südtirols im Unterrichtsministerium in Rom